Online einkaufen ohne Browser, PC und App? Bei Amazon geht das künftig. Der Internetkonzern führt in Deutschland seine Dash Buttons ein, mit denen sich Verbrauchsartikel auf Knopfdruck bestellen lassen.

Wie kann man den Kunden noch mehr binden? Indem man es dem Kunden sehr einfach macht, auch im Onlineshopping. Amazon nennt das Paket dahinter AMAZON Prime und damit meint sie flat Musik, Video und bevorzugte Lieferungen. Jetzt sprechen wir aber nicht von Abos, sondern von Alltagsprodukten. Also wie geht Onlineshopping? Man braucht dazu einen PC, ein Tablet oder Smartphone, dazu einen Browser oder eine App, um sich online die Artikel suchen zu können, die man gerade braucht. Wer einen neuen Fitbit oder Laptop kauft, macht das gerne am Abend auf der Couch. Aber was wenn plötzlich Alltägliches ausgeht? WC Papier, Waschmittel, Verbrauchsmaterial? Man drückt in Deutschland neu einen Knopf: den Dash Button von Amazon.
Die kleinen Geräte gibt es schon länger in den USA und sie sehen aus wie eine Mischung aus Kühlschrankmagnet und Türklingel und kann auch als Schlüsselanhänger gebracht werden. Vorne hat es ein Logo, daneben ist ein grosser Knopf zu sehen. Die Drücker kosten knapp EUR 5. Der Gedanke dahinter ist, dass sie an einem passenden Ort im Haushalt angebracht werden. Denn auf der Rückseite ist eine Klebefolie, mit der sie an fast beliebige Oberflächen geklebt werden können. Alternativ lassen sie sich auch an den Schlüsselbund hängen.

Ein Knopf – ein Produkt

Für jedes Produkt gibt es fix einen Knopf. Will man die Marke wechseln, muss man sich einen neuen (Dash) Knopf bestellen. Die Buttons werden via WLAN verbunden, die Batterie hält ca. 5-10 Jahre.
Bei Bestellung erhält der Besteller eine Nachricht auf seinem Smartphone. Da die Buttons keinen Screen haben, ist das auch dann erst der erste Moment, wo der Kunde den Preis der Bestellung sieht. In den USA hatte gemäss verschiedener Quellen viel Kritik von Bestellern gegeben, dass die Artikel von einer Bestellung zur nächsten zum Teil plötzlich teurer geworden seien. Das geht natürlich nicht, denn jedes Mal, wenn der Kunden vom Preis überrascht wird, gehts um Vertrauen, das leicht zu verlieren ist.
Für Amazon führen die vielen Button Bestellungen auch für mehr einzelne Produktlieferungen. Aber es geht dabei nicht nur um den Umsatz.

Daten wichtiger als Umsatz

In den USA führte Amazon die Dash Buttons schon im Frühjahr 2015 ein. In den vergangenen Monaten hätten sich die Bestellungen via Buttons in den USA verdreifacht – ja richtig gelesen, drei mal mehr! Dabei gehe es Amazon gar nicht primär um den Umsatz: Noch näher dran am Kunden sein – Amazon bekommt im täglichen Bereich genau mit, was sich für ein Bedarf ergibt, wann und von wem. Das was Cumulus und Supercars immer wollten: die Waren vor die Tür zu legen, bevor ich sie überhaupt bestellt habe – weil man ja weiss, dass ich Bedarf hab.

Und wann können Haushaltsgeräte selbstständig bestellen?

Bald gehts aber noch weiter: bald können Haushaltsgeräte selbstständig bestellen. Denn Amazon bietet eine automatisierte Version des Dienstes an, bei dem vernetzte (Internet of Things fähige) Geräte wie Waschmaschinen, Staubsauger oder Drucker etwa Waschmittel, Säcke und Patronen selbst rechtzeitig nachbestellen.

Amazon Dash Button Produkte für Deutschland:

Derzeit kann man folgende Marken als Amazon Prime Kunde Produkte Bestellungen “drücken”:

  • Ariel
  • Kleenex
  • Wilkinson
  • Persil
  • Veet
  • Play-Doh
  • Pedigree
  • Sheba
  • Gilette
  • Dreamies
  • Oral-B
  • Durex
  • Cesar
  • Diadermine
  • Schwarzkopf
  • Somat
  • Whiskas

Fragt sich nur noch: wann kommt der Button in die Schweiz? Oder kommt jemand anders dem Versandriesen zuvor?