In Zeiten der Digitalisierung müssen Unternehmen nicht nur im Management, sondern besonders bei den Mitarbeitern ansetzen um sicherzustellen, dass ihrem Konzern eine blühende Zukunft bevorsteht. Denn Innovation kommt in vielen Variationen und jeder einzelne Mitarbeiter muss heutzutage seinen Teil dazu beitragen um ein modernes, fortschrittliches und erfolgreiches Unternehmen zu formen, welches der Digitalisierungswelle nicht mit Vorsicht, Ungewissheit und Distanz, sondern mit Enthusiasmus, Proaktivität und vor allem Neugierde gegenübertritt.

Besonders Neugierde stellt hier ein enorm wichtiges Keyword da und ist mittlerweile neben klassischen Auswahlkritierien wie beispielsweise ein mit Auszeichnung abgeschlossenes Studium, Sprachkompetenzen, teamorientiertem Verhalten oder auch Ehrgeiz einer der wichtigsten Eigenschaften bei der Auswahl neuer Mitarbeiter aus dem Pool der Bewerber.

Neugierde ist ein wichtiger Aspekt im Digital Mindset, welches optimalerweise jeder Mitarbeiter mitbringt oder auch bereit ist sich anzueignen. Denn der Anspruch an die Angestellten der Zukunft hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt und wird auch in Zukunft weiterhin kontinuierlich variieren.

Digital Mindset beschreibt eine offene, neugierige und enthusiastische Einstellung gegenüber der Digitalisierung und damit verbundenem Verständnis der verschiedenen Variablen, welche heutzutage enormen Einfluss auf das individuelle Leben sowie auf die Gesellschaft haben und dementsprechend auch bzw. gerade in der Geschäftswelt eine große Wichtigkeit innehaben.

Ein Unternehmen, welches möglichst viele Mitarbeiter mit diesem Mindset beschäftigt, wird in der Arbeitswelt 4.0 der Konkurrenz stets entscheidende Schritte voraus sein und damit den Grundstein für den Erfolg und die Weiterentwicklung des Konzerns setzen. Diese neue Arbeitswelt lebt quasi von Teamwork, Kollaborationen und starken Netzwerken.

Passen dazu entstand in den letzten Jahren auch das Gebiet der Neugierdeforschung, in dem erfolgreich demonstriert wird, dass Neugierde operationalisiert und auch gemessen werden kann. Dies ist unter anderem auch der Verdienst von Dr. Patrick Mussel, der als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Psychologie an der Universität Würzburg tätig ist, und den sogenannten WORCS (World Related Curiosity Scale) Test entwickelte, der basierend auf zehn simplen Statements herausfinden soll wie unterschiedlich hoch sich das Neugierdepotential verschiedener Mitarbeiter darstellt und basierend darauf den Neugierdequotient des jeweiligen Unternehmens erstellt. Dieser tätigt schlussendlich Aussagen über das gemittelte Neugierdeverhalten aller befragten Mitarbeiter eines Konzerns.

Wichtige Eigenschaften im Rahmen des digitalen Mindsets sind beispielsweise:

  • Neugierde
  • Reflexion und Empathie
  • Wachstums-Mindset
  • Technologisches Verständnis
  • Agilität
  • Konstruktiver Umgang mit Mehrdeutigkeit
  • Nonlineares Denken

Doch diese Eigenschaften können nur in einem autonomen Umfeld entwickelt und angewendet werden, in dem jeder Mitarbeiter seine Freiräume hat in denen er seinen Gedanken freien Lauf lassen kann. Dies umfasst unter anderem die freie Entscheidung jedes Mitarbeiters wann, wo und wie gearbeitet wird. Das Büro sollte als Ausgangspunkt für Teamwork verstanden werden und nicht mehr unbedingt den Hauptarbeitsort darstellen.

Auch Kompetenz ist ein wichtiger Begriff und verlangt von einem neugierigen Konzern sich stets als lernendes Unternehmen zu verstehen in dem die Kompetenzen der Mitarbeiter in Anbetracht der jeweiligen individuellen Wissensstände weiterentwickelt und gefördert werden.

Auch hilft es wenn Mitarbeiter einen gewissen Bezug zu ihrem eigenen Leben herstellen um die Neugierde gegenüber Innovationen und der Digitalisierung allgemein zu steigern. Denn wenn Führungskräfte aktives Neugierde-Management betreiben ändert dies auch die Unternehmenskultur, was natürlich auch von Mitarbeitern geschätzt wird und sinnvolle Arbeit mit positiver Abwechslung und neuen, spannenden Herausforderungen an selbstgewählten Orten und Zeiten verbindet und zudem die individuelle Weiterentwicklung fördert, was wiederum die essenzielle Neugierde antreibt.