Kennen Sie Xiaomi, Baidu, Tencent und WeChat? Es sind Namen, die bei uns noch nicht ganz so geläufig sind wie Google, Amazon oder Apple, aber sie beherrschen den derzeit grössten E-Commerce Markt der Welt und dieser e-Commerce Markt ist nicht Desktop, sondern fully mobile.

E-Commerce in Chhina

China hat sich zum weltweit grössten Online-Markt entwickelt während der letzten 4 bis 5 Jahre. Die ideale Voraussetzung dafür war die sehr hohe Anzahl an Internet- und Social-Media-Usern welche über Smartphones surfen. Von den fast 1.2 Milliarden Menschen sind knapp 600 Millionen Chinesen online. Dabei funktioniert aber China etwas anders, denn die bei uns bekannten Tools und Strategien fassen nicht. In China werden die meisten Verkäufe über Online-Marktplätze generiert und diese wiederum werden von einem Player bestimmt: Alibaba. Das Research Center des Alibaba Konzern ist erwartet für das Jahr 2020 bereits einen E-Commerce-Umsatz in China von total 10 Billionen RMB (oder fast 150 Milliarden Franken) – was für 16 % aller gekauften Konsumgüter steht im Detailhandel. Als Vergleich in der Schweiz: wir liegen bei 6 – 7 %. Ein Grund also, einmal in Richtig Osten zu schauen und gewisse Parallelen zu ziehen und Learnings zu wagen.

Ali Baba und Taobao

In der Schweiz beziehungsweise in Europa kennt man vor allem die Marke Alibaba. Alibaba ist allerdings eine Gruppe und betreibt den bekannten Online Marktplatz. Aber die Marktplätze, auf denen die wirklich grossen Warenmengen verkauft werden, hören auf andere Namen. Nämlich Taobao. Taobao ist quasi das Pendant zu Ebay bzw Ricardo aber mit einer hohen monatlichen Gebühr, dafür hat man Zugang zu 600 Millionen Menschen.
Über 50 Millionen registrierte User machen fast die Hälfte aller Postsendungen in China. Damit der Marktplatz richtig genutzt wird, gibt es die Alibaba Academy. Diese Academy bietet eine Ausbildung über ein Jahr an. Hier wird derzeit vor allem darauf eingegangen, wie sich das User Verhalten entwickelt.

WeChat

Dafür steigen die Nutzerzahlen beim Instant-Messaging Dienst WeChat. WeChat ist eine so genannte „All-in-One“-App”. WeChat wird vom Internet Konglomerat Tencent betrieben. Die App ist einerseits Kommunikationsmittel als soziales Netzwerk aber auch schon längst E-Commerce-Plattform, analog dem was Facebook mit seinem Messenger gestartet hat. WeChat hat bereits über 890 Millionen User, welche die App aktiv nutzen. Das wirklich spannende: über ein Viertel der Nutzer befindet sich nicht in, sondern ausserhalb von China. Denn WeChat ist sehr aggressiv auf internationalem Expansionskurs.

Fazit

Was braucht es um in China erfolgreich zu sein? Die wirklich grosse Herausforderung ist das schaffen von Vertrauen gerade für internationale Verkäufer. Weil einige Unternehmen ihre Produkte fälschlicherweise als „Made in XY“ kennzeichnen würden, hat man es als Händler mit Fälschungen der Konkurrenz zu tun in China. Am besten sollte man sich nicht auf diese Ebene bewegen, sondern bewusst auf Swiss Made oder Made in Germany oder Made in Austria setzen und diese Qualität sicherstellen, schützen und sich von lokalen Beratern vor Ort unterstützen lassen. Wichtig ist ausserdem, dass Onlinehändler sich proaktiv über aktuelle Themen der Lebensmittel- und Produktsicherheit auseinandersetzen, da negative Nachrichten in den Medien die chinesischen Shopper stark beeinflussen. Chinesische User setzen sehr stark auf Bilder, Videos und Bewertungen – eigentlich gar nicht so anders wie in Europa, beziehungsweise in der Schweiz. Hier kann man also noch viel lernen, gegenseitig und im Rahmen von Best Practice.